Der Baum des Lebens und der Baum des Wissens

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20 Mär 2018 02:48 - 20 Mär 2018 02:53 #52342 von Jinsil
Einer intuitiven Erkenntnis folgend identifizierte ich den Baum des Lebens mit der sinnlich erfahrbaren Welt der Gegenwart, dem Hier und Jetzt, und den Baum des Wissens mit der Welt im Kopf die aus psychologischer (empfundener) Zeit von Vorstellungen von Vergangenheit und Zukunft zusammen gesetzt ist. Vom Baum des Wissens soll der Mensch nicht essen, gebietet Jahwe Elohim im zweiten Kapitel der Genesis, denn der Mensch muss Erfahrungen in der Welt der Gegenwart machen und sie in der Welt im Kopf - die man auch Landkarte nennen könnte - abspeichern um sich zu Orientieren und lebensfähig zu sein. Nun isst der Mensch aber im dritten Kapitel, in einem Satz mit der Schlange wird es verraten, zuerst vom Baum des Wissens. Wie ist das möglich? Indem er die Erfahrung eines anderen Menschen zur Orientierung heran zieht, sich nach der Welt im Kopf eines anderen Menschen richtet. Danach will Jahwe Elohim verhindern dass der Mensch auch noch vom Baum des Lebens esse um ewig zu leben und grenzt den Menschen aus dem Garten aus.

In der Kabbalah wird Jahweh Elohim mit dem Verstehen assoziiert. Hiermit reflektiert die Bibel wie der Mensch schon in seiner Kinderstube in die Abhängigkeit vom Verstand anderer Menschen eingesperrt wird, obwohl der Mensch auch als erstes vom Baum des Lebens hätte essen können, um eigene Erfahrung als Referenz zu haben. Doch es kam anders. Aber glücklicherweise hat Jahweh Elohim gelogen, denn er sagte dem Menschen, er würde sterben an dem Tage an dem er von dem Baum ist. Und der Mensch ist nicht gestorben an diesem Tage. Da steht auch nicht dass er sterblich wurde sondern Jahweh Elohim hat daraufhin dem Menschen offenbart dass er wieder zu Staub werden solle, der Verstand hat ihm also das Wissen um den sicheren Tod gegeben. Oder hat er ihn sterblich gemacht? Macht der falsche Gebrauch des Verstandes den Menschen sterblich?

Der Mensch gerade in unserer vom Intellekt geprägten Welt in der wir uns dem Verstand anderer Menschen, zB Ärzte, und dem Wissen aus Büchern unterwerfen haben wir eine reale Chance zum ewigen Leben zu gelangen wenn wir wieder lernen eigener Erfahrung zu vertrauen und die Welt im Kopf von der Welt der Gegenwart zu unterscheiden. Denn diese beiden Bäume werden in Genesis 3:3 als einer genannt, wo die Frau zur Schlange meinte Gott habe gesagt man solle nicht davon essen. Und es ist fatal diese beiden Bäume zu verwechseln oder gar als den selben zu sehen. Daraus entsteht das Leiden. Buddhistische Psychologie, Eckhart Tolle, Safie Nidiaye, Jack Kornfield sind einige Autoren die davon schrieben wie wir unserer Landkarte korrigieren und zur Welt der Gegenwart zurück finden.

Und bevor jemand meint ich wäre irgendwie neureligiös, ich sage es mit Worten des Zen: Es gibt keinen Baum des Lebens und es gibt keinen Baum des Wissens von Gut und Böse.

Konnte mir jemand folgen? Soweit erstmal von mir zu diesem Thema. Ab hier lasse ich euch mitreden.
Letzte Änderung: 20 Mär 2018 02:53 von Jinsil. Begründung: Rechtschreibfehler

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20 Mär 2018 21:04 #52359 von Alkuin
Den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse mit dem Wissen der sozialen Gemeinschaft und der Übernahme dieses Wissen vor der Erfahrung (des Einzelnen) gleichzusetzen, ist deswegen schwierig, weil der Baum (innerhalb des Schöpfungsberichtes) schon vor der Aufsplittung des Menschen in Mann und Frau (Kind) - also vor einer sozialen Gemeinschaft gepflanzt wurde und auch das Verbot davor ausgesprochen wurde.

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21 Mär 2018 02:20 - 21 Mär 2018 02:27 #52361 von Jinsil
Die Paradiesgeschichte schreibt aus der Perspektive eines Neugeborenen, einschließlich der Rolle Gottes, das sich anfangs mit seiner Umgebung als Eins wahrnimmt. Sicher hat es in dieser Umgebung den Baum schon gegeben bzw das werdende Bewusstsein pflanzt ihn sich selbst in sich durch die Erfahrung. Und zwar bevor es beginnt zu verstehen was Trennung von der Mutter ist. Außerdem verläuft die Handlung traumatisch/traumatisierend, der Mensch wird schon vor der Trennung eingeschläfert. Ein zu aktiver Verstand der sich mit einer Sintflut aus unverarbeitbaren Informationen und Nöten plagt weil das Baby statt an der beruhigenden Mutterbrust in der Krippe liegt verkleistert die Sicht auf die Gegenwart. Ein Buddha (zu deutsch: Erwachter) ist, wer da wieder raus findet.
Letzte Änderung: 21 Mär 2018 02:27 von Jinsil. Begründung: "Buddha" übersetzt

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21 Mär 2018 08:40 #52362 von Angel7
Jinsil, Du schreibst ganz richtig, dass der Mensch schon vor der Trennung "eingeschläfert" wurde. Ja, Gott ließ Adam in einen tiefen Schlaf fallen, bevor er aus ihm, dem Androgynen, ein "Zweites" erschaffte. Die Trennung von der Einheit in die Zweiheit vollzog sich demnach im Schlaf. Und nirgendwo steht geschrieben, dass der Mensch aus diesem "Schlaf" wieder erwachte.

Es ist kein Zufall, dass die Inder von "Maya = Traum" sprechen, wenn sie dieses Leben beschreiben. Ja, und ein Erwachter erkennt, dass diese Trennung in Wirklichkeit gar nicht existiert und die "Person" nur ein vorübergehendes Phänomen ist, das kommt und geht. Die Identifikation mit der Person hält uns in diesem "Schlaf" gefangen. Wenn wir "erwachen", erkennen wir, dass wir mit dem Leben EINS sind und diese "Persönlichkeit" mit ihrer Geschichte eine Art Fata Morgana war. Und dennoch scheint all dem ein gewisser "Plan" zugrunde zu liegen.

Hier eine sehr schöne Beschreibung www.sein.de/nisarga-dein-natuerlicher-zustand/
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21 Mär 2018 11:13 #52363 von Alkuin
Neugeborene können eine Schöpfungsgeschichte aus ihrer Sicht schreiben?
Ich denke du beschäftigst dich mit der Kabbala, da dürfte doch dieser Psychoquark gar ned reinpassen.
Ein Buddha ist also ein Erwachsener mit der Seele eines Neugeborenen?
Wow

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21 Mär 2018 11:32 #52366 von Jinsil
Machst Dich wohl gern lustig drüber. Hast Du 'ne Ahnung wie modern und kompatibel Bibel, Kabbalah, Buddhismus sowie auch andere alte Lehren sind wenn man die alten Texte und Begriffe einschließlich Namen richtig übersetzt und versteht. Unsere kognitive Verhaltenstherapie und konsorten tappen da noch im Dunkeln, machen erst durch Einsichten wie MBSR Fortschritte die den Buddhismus wiederentdecken. Und Psychoquark ist wohl das was Du zum Frühstück isst wenn Du solche Schlüsse ziehst. Wenn man Seele als Aufmerksamkeit versteht dann hat Dein Schluss aber durchaus was wahres.

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21 Mär 2018 11:36 #52367 von Alkuin
Och - mir sind die Schriften, die du erwähnst, völlig vertraut und auch viele der Deutungen der Inhalte dieser Schriften. Vom hermeneutischen, über den kabbalistischen, anthroposphischen usw Sinn.
Ebenso ist mir auch der tantrische Buddhismus sehr vertraut.

Dann antworte mir doch mal: warum soll die Schöpfungsgeschichte aus der Sicht eines Neugeborenen sein? Können die schon schreiben, oder gab es da einen Psychotherapeuten der alles aufgeschrieben hat?
Entschuldige - für mich ist das wirklich Psychoquark

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21 Mär 2018 11:58 - 21 Mär 2018 12:01 #52368 von Jinsil
Warum musst Du ernste Fragen mit irrsinniger spöttischer Rhetorik kombinieren? Wir wissen nicht wie dieser Text entstanden ist aber ziehe mal in Betracht wie es wäre wenn der Text sich auf ein sich entwickelndes Bewusstsein bezieht und denke selber drüber nach. Bringe in Beziehung was Du weist und mache Deine eigene Deutung.
Letzte Änderung: 21 Mär 2018 12:01 von Jinsil.

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21 Mär 2018 12:18 #52369 von Alkuin
Wenn du deine These nicht begründen kannst - dann kannst du sie nicht begründen.
Das hat mit mir nix zu tun.

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21 Mär 2018 12:40 #52370 von Jinsil
Ich brauche meine Ausführungen nicht jedem zu seiner Zufriedenheit "begründen" können der das fordert, da sie affinen Lesern wie Angel zb von sich aus ins Herz gehen.

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21 Mär 2018 13:09 #52371 von Jinsil
In sofern hat das schon auch was mit Dir zu tun, dass, Du sie nicht verstehst alkuin. Ich finde dass ich genug Hinweise gegeben habe, die du bislang mit Bravour ignorierst, aber über die auch du dir Gedanken machen kannst um die Intention meiner Aussage eines Tages eingehender zu verstehen und hoffe dass der weitere gespraechsverlauf noch mehr zu bieten hat.

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21 Mär 2018 15:32 #52372 von Alkuin
Für Alfred Adler - einem der drei Gründerväter der Psychoanalyse - entsprach die Schöpfungsgeschichte tatsächlich der Bewusstwerdung des Kleinkindes und er hat die beiden Bäume, den Garten, die "Benamung" der Geschöpfe bis hin zu Trennung in zwei Geschlechter schon damals entsprechend ausgelegt. Und das ist bis heute eines der Grundgerüste für die Psychologisierung der alten Texte.

Und du bleibst da hängen? Die Kabbala - die du erwähnt hast, würdest du ebenfalls "psychologisieren"? Samt Buddhas Erleuchtung?

Alles nur psychologische Prozesse?

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21 Mär 2018 16:12 #52373 von Alkuin
"Das zentrale Symbol, die Glyphe, das Mandala, das Diagramm der Kabbala ist der Baum des Lebens, hebräisch Ots Chaim.
In fast allen alten Kulturkreisen ist der Lebensbaum Sinnbild für das Prinzip der kosmischen Ordnung. So stand im Paradies nicht nur der Baum der Erkenntnis mit seinen verbotenen Früchten, sondern als zweiter der Baum des Lebens. Die Stämme dieser beiden Bäume sollen später im Innern der beiden Säulen Jakin und Boas vor dem Salomonischen Tempel gewesen sein. Auch der germanisch-skandinavische Kulturkreis kennt mit der Weltenesche Yggdrasil ein vergleichbares Symbol.
Doch nirgendwo wurde dieses Symbol so differenziert ausgearbeitet und interpretiert wie in der Kabbala, wo der Lebensbaum zugleich Symbol für den Mikro- und Makrokosmos, das Prinzip des Universums und des inneren Menschen ist. Der Baum des Lebens ist eine „Landkarte“, ein „Reiseführer“ zum Verständnis des Seins wie des Selbst."
www.scherm.de/kabbala/
(entstammt dieser Webseite)

Nach obiger Aussage haben die beiden Bäume die gleichen Wurzel und der Baum der Erkenntnis "verbotene" Früchte. Hast du dich schon mal mit den Qliphot beschäftigt?
de.wikipedia.org/wiki/Ql%C4%ABp%C5%8Dt

Entspricht durch aus der einen dunklen Säule auf der Tarotkarte II


Für mich besteht der Unterschied von Baum des Lebens und Baum der Erkenntnis von Gut und Böse auch im Unterschied der beiden spirituellen Wege des RHP und des LHP.

Auf was ich hinauswill: es gibt viele Möglichkeiten sich mit der Schöpfungsgeschichte, den beiden Bäumen und so weiter zu beschäftigen. Es nur auf die Psyche eine Neugeborenen runterzubrechen halte ich dagegen nicht für spirituell hochwertig.

Noch eine interessante Darstellung des Baumes der Erkenntnis aus anthro-Sicht:

anthrowiki.at/Baum_der_Erkenntnis

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21 Mär 2018 16:25 #52374 von Angel7
Ich kann diese Letzte Frage aus meiner Sicht nur bejahen. Wir sind zu sehr auf die Äußerlichkeiten und die Historie ausgerichtet und sehen diese selten - wenn überhaupt - als eine Metapher für die innerpsychischen Vorgänge. Wir neigen dazu, alles zu externalisieren. Wer ist denn heute noch ganz bei sich?

Das ganze äußere Wissen, alle Theorien und Denkrichtungen bieten unendlichen Stoff, darüber zu diskutieren. Doch in allem, was wir in der Außenwelt wahrnehmen, betrachten wir letztlich immer nur uns selbst. Es gibt nichts anderes. Wäre es nicht in uns, gäbe es dazu keine Resonanz. "Wär' nicht das Auge sonnenhaft, die Sonne könnt es nie erblicken. Läg in uns nicht des Gottes eigne Kraft, wie könnt uns Göttliches entzücken?"

Innenwelt und Außenwelt sind nicht getrennt voneinander. Auch wenn wir das, was wir bei uns nicht als wünschenswert erachten und was uns mit unserem Selbstbild als unvereinbar erscheint, immer wieder gerne auf die Außenwelt projizieren. Letztlich kommen wir - wenn wir es mit der Selbsterkenntnis wirklich ernst meinen -, nicht darum herum, alle Projektionen wieder zu uns zurückzunehmen und als unsere eigenen Anteile zu integrieren.

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21 Mär 2018 16:45 #52375 von Jinsil
Weder habe ich psychologisiert, finde ich, das ist eine abwertend Bemerkung von dir, noch habe ich behauptet dass meine Erkenntnis oder Darstellung schon alles sei was man aus der Tiefe dieser Texte und Bilder herausholen kann. Danke für das was du konstruktiv eingebracht hast. Man sieht dass du dich auch einbringen möchtest. Kabbala habe ich lange studiert aber lange war sie für mich nur ein Anhäufen von Wissen.

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21 Mär 2018 16:50 #52376 von Alkuin

Angel7 schrieb: Ich kann diese Letzte Frage aus meiner Sicht nur bejahen. Wir sind zu sehr auf die Äußerlichkeiten und die Historie ausgerichtet und sehen diese selten - wenn überhaupt - als eine Metapher für die innerpsychischen Vorgänge. Wir neigen dazu, alles zu externalisieren. Wer ist denn heute noch ganz bei sich?.


Ja Angel, die Welt ist nur eine große Metapher für dein Ego - bleib mal schön da drin.

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21 Mär 2018 16:55 #52377 von Alkuin

Jinsil schrieb: Kabbala habe ich lange studiert aber lange war sie für mich nur ein Anhäufen von Wissen.


Ach ihr lieben Leseratten - die Kabbala ist ein Praxisweg. Ein interessanter ist übrigens die Pfadarbeit

www.albideuter.de/html/kabbala.html

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21 Mär 2018 18:37 #52378 von Jinsil
Mit meinem spirituellen erwachen der letzten zwei Jahre ist aus dem Wissen wieder leben geworden.

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21 Mär 2018 18:40 #52379 von Jinsil
Alkuin, bitte mach aus diesem thread keinen Kabbala thread.

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21 Mär 2018 19:36 #52381 von Alkuin
Dann bringe dich doch einfach konstruktiv ein und bringe das Thema in deine Richtung.
Baum des Lebens - für mich die Yggdrasil - aber ebenso auch Ask und Embla

Du bist auf keines meiner obigen Themenangebote eingegangen, hast dich beschwert dass mir deine Psychologisierung zu oberflächlich ist und ansonsten kam da nicht viel.

Immer noch meine Frage: Denkst du wirklich, dass die Schöpfungsgeschichte aus der Sicht eines Neugeborenen stammt (sind deine Worte). Argumentiere doch mal

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