Der Baum des Lebens und der Baum des Wissens

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25 Mär 2018 01:20 #52417 von Jinsil
Nicht der Kopf ist mein "Feindbild" sondern die verkopfte Gesellschaft die ihren Kopf nicht gebraucht um aus dem Kopf wieder ins Fühlen zu gelangen. Aber "Feind" hast Du gesagt, Man muss das nicht so negativ benennen. Über 90% der Menschen sind Schläfer.

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25 Mär 2018 11:37 #52418 von Alkuin
Dann ist es eben die böse verkopfte Gesellschaft

Jinsil schrieb: Die Eltern sind schon verkopft. In der Mitte können keine Zwei Bäume stehen wenn man es genau nimmt, sonst steht keiner davon genau in der Mitte. Gott hat nicht gesagt welcher der beiden Bäume welcher ist und der Mensch hat nicht erkannt welcher Baum mit dem Baum der Erkenntnis gemeint ist. Darum hat er davon gegessen. Er hat die Erfahrung zur Erkenntnis gemacht und denkt die Erinnerung an die Erkenntnis wäre eine neue Erfahrung.


Schau mal:
Für dich ist schon die Kindheitserfahrung blockiert durch fremden Verstand.
Du kannst dir nicht vorstellen, dass es in der Mitte zwei Bäume gibt, weil dein Verstand das nicht zu lässt,
Du traust dem Menschen nicht die reine Erfahrung (also die "richtige" Entscheidung) zu, weil Gott (der Verstand) ausgeschalten war,
und du verkopfst die Erfahrung als Einbahnstraße die dann nur noch im Kopf bleibt.

Sei ned bös - aber der "Kopf", oder der Verstand, hat für dich eine Negativ-Bedeutung, die ich schon als "Feindbild" bezeichnen würde.

Jinsil schrieb: Nur gibt es einerseits falsche Erkenntnisse und problematisch wird die Verwechslung der beiden Bäume sowie das Verbot. Ich sehe da zu strenge Eltern oder eine Kultur die falsche Erkenntnisse vermittelt wie etwa falsche Verbote..


Für die Erfahrung, die sinnliche Wahrnehmung - also dasjenige was du mit dem Baum des Lebens und dem "Guten" verbindest, gibt es kein "Falsch", keine "falschen" Erkenntnisse und "falsche" Verbote. Jede persönliche Erfahrung ist richtig und dazu gehören nicht nur die Erfahrungen in der Natur, sondern auch im sozialen Umfeld (Erziehung). Du hast anscheinend schon grundlegend eine verstandesmäßige Vorstellung wie es "richtig" ist, aber das ist eben dann dein Kopf.
Was wäre, wenn du den anderen einfach ihre Erfahrungen machen lässt, deren Erkenntnisse (alle) anerkennst und die Verbote (der anderen) akzeptierst. Also nicht (aus deinem Kopf) urteilst, sondern die Vielfalt und den Erlebnisreichtum darin erspürst?

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25 Mär 2018 14:23 - 25 Mär 2018 14:55 #52421 von Jinsil
Nochmal: Der Kopf hat für mich keine negativ-Bedeutung und freilich kann ich mir zwei Bäume vorstellen. Es löst in mir Gefühle des Hasses und der Sorge aus dass ich Dir das erklärt habe aber Du es trotzdem so von mir verstanden haben willst wie Du es interpretierst anstatt diese Vielfalt des Erlebnisreichtums darin zu erspüren und mir meine Freiheit zu lassen. Es macht wenig Spaß und Freude mich mit Dir auszutauschen ich habe das Gefühl ich muss mich bei reinen Missverstädnissen wehren wenn Du mir persönliche Fehler daraus machst und das stört den Fluss des Austausches. Auch die Formulierung "sei ned bös" stört mich weil das eine Befehlsform ist was ich zu fühlen habe.
Letzte Änderung: 25 Mär 2018 14:55 von Jinsil.

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25 Mär 2018 15:21 #52422 von Alkuin
Das liest sich wie eine gesunde Selbstwahrnehmung und da ziehe ich einfach mal "meinen Hut"

Toll.

Aber warum ist dann der Baum der Erkenntnis - zu dem deine Selbstwahrnehmung ja zählt - für dich nicht positiv?
Aus solchen Erkenntnissen wächst doch das Selbstbewusstsein.

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25 Mär 2018 15:35 #52423 von Jinsil
Der Baum der Erkenntnis ist für mich positiv. Wie kommst Du darauf dass das anders wäre?

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25 Mär 2018 15:43 #52424 von Alkuin

Jinsil schrieb: Einer intuitiven Erkenntnis folgend identifizierte ich den Baum des Lebens mit der sinnlich erfahrbaren Welt der Gegenwart, dem Hier und Jetzt, und den Baum des Wissens mit der Welt im Kopf die aus psychologischer (empfundener) Zeit von Vorstellungen von Vergangenheit und Zukunft zusammen gesetzt ist. Vom Baum des Wissens soll der Mensch nicht essen, gebietet Jahwe Elohim im zweiten Kapitel der Genesis, denn der Mensch muss Erfahrungen in der Welt der Gegenwart machen und sie in der Welt im Kopf - die man auch Landkarte nennen könnte - abspeichern um sich zu Orientieren und lebensfähig zu sein. Nun isst der Mensch aber im dritten Kapitel, in einem Satz mit der Schlange wird es verraten, zuerst vom Baum des Wissens. Wie ist das möglich? Indem er die Erfahrung eines anderen Menschen zur Orientierung heran zieht, sich nach der Welt im Kopf eines anderen Menschen richtet. Danach will Jahwe Elohim verhindern dass der Mensch auch noch vom Baum des Lebens esse um ewig zu leben und grenzt den Menschen aus dem Garten aus.

Der Mensch gerade in unserer vom Intellekt geprägten Welt in der wir uns dem Verstand anderer Menschen, zB Ärzte, und dem Wissen aus Büchern unterwerfen haben wir eine reale Chance zum ewigen Leben zu gelangen wenn wir wieder lernen eigener Erfahrung zu vertrauen und die Welt im Kopf von der Welt der Gegenwart zu unterscheiden. Denn diese beiden Bäume werden in Genesis 3:3 als einer genannt, wo die Frau zur Schlange meinte Gott habe gesagt man solle nicht davon essen. Und es ist fatal diese beiden Bäume zu verwechseln oder gar als den selben zu sehen. Daraus entsteht das Leiden. Buddhistische Psychologie, Eckhart Tolle, Safie Nidiaye, Jack Kornfield sind einige Autoren die davon schrieben wie wir unserer Landkarte korrigieren und zur Welt der Gegenwart zurück finden.
.


In deinen gesamten späteren Texten identifizierst du den Baum der Erkenntnis mit Kopfdenken, fremden Erfahrungen und dem Leiden. Du wetterst gegen die "verkopfte Gesellschaft" die keine persönlichen Erfahrungen mehr zulässt und setzt den Baum der Erkenntnis mit dieser Verkopfung gleich.

Hast du einen Gesinnungswandel während der Diskussion - so dass du deine eigene Meinung nicht mehr vertrittst?
Ist ja ok - aber das kannst du doch schreiben.

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25 Mär 2018 17:34 #52425 von Jinsil
Da hast Du mich ziemlich missverstanden. Nicht komplett aber in vielen Punkten. Ich tue mich schwer mit Dir, unter anderem weil mein Vertrauen in Dich gering ist so wie ich anfangs wahr nahm dass Du streiten willst, und sehe wenig Affinität zwischen meiner Ausdrucksweise und Deiner Auffassung. Ich habe keine Lust diesen Mangel an Affinität zwischen uns durch ständige weitere Erklärungen und Richtigstellungen zu begradigen. Ich kann nur einen Punkt nennen: Ich schrieb dass das Leiden aus der Verwechslung der Bäume folgt. Diese entsteht durch deren Gleichsetzung. Dazu kommt noch das Verbot, das eigentlich - ein neuer Gedanke - eine Erziehung hätte sein sollen wie die Bäume weise zu gebrauchen sind.

Ich halte den Austausch in Internetforen generell für schwer und telefoniere lieber oder spreche persönlich, dann kann ich am Klang der Stimme hören ob mein Partner freundlich ist. Zudem ist dieses Thema hier ein besonders schweres und komplexes.

Falls ich eine Gesinnungswandel oder noch eine Option habe dann den oder die dass der Baum der Erkenntnis wirklich nicht zum Essen gedacht ist und dass ursprünglich das Verbot den Menschen animiert hat davon zu essen sowie das Unterbewusstsein kein Nicht kennt. Eine Unterscheidung in Gut und Böse, richtig und falsch ist dualistisch und dagegen spricht meine tantrische Einstelllung.

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25 Mär 2018 18:06 #52426 von Alkuin
Es ist der Baum der "Erkenntnis von Gut und Böse"

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25 Mär 2018 18:24 #52429 von CREATOR
ich sehe das auch so, dass der dualismus zur erkenntnis nicht gebraucht wird. es ist die bewusstheit die das sehen kann. nur in der esoterik ist dieser dualismus ( ego ) so stark in der diskussion, weil eben viele glauben, dass dies so ist.
fundamental sind diese beiden bäume von anbegin der seelenerschaffung durch gott-vater in vielen seelentypen eingepflanzt. man kann das als "sowohl als auch" betrachten oder eben nur als eine anektode oder metapher, wenn man sich mit beschäftigt, den sinn dahinter zu entdecken. die vertreibung aus dem paradies wird nur statt gefunden haben, wenn man sich nicht an die gesetze des paradieses hält. jedoch sind viele seelen vorher ausgewandert um das wesen "leben in der inkarnation" zu erfahren. das leben ( die bäume ) reisen da einfach mit. die sterblichkeit sehe ich nur durch die verführung, wenn diese in die dunkelheit abrutscht. erdnah kann ich behaupten, dass die verführung durch luzifer in den tot steuern kann. viele seelentypen bleiben ihr leben lang sterblich, können und werden aber ewig leben, wenn man die gesetze des lebens eben kennt.
das neugeborene kind, da kann ich mich nur so anfreunden, dass dieses kind eher in sinne als im denken ist. somit drückt das neugeborene eine völlige unschuld aus, das was erwachsene an das junge kind eben so lieben. erst später kommt die form des denkens hinzu, das umfeld, was dieses kind zu einem individuum formt, vielleicht später durch buddha sich diese form wieder mehr auflöst, in die erlösung aus der inkarnation die erleuchtung hat.
dies kurz noch von meiner seite zum thema.
es grüßt

Creator

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25 Mär 2018 18:39 #52431 von anitram
Hallo,

es stimmt, der Austausch in Foren ist schwierig, da alle sonstigen Wahrnehmungen, Klang der Stimme, Augenzwinkern, Körpersprache ...des Gegenübers wegfallen. Da schließe ich mich Jinsil an. - Ich sehe das nur so, dass es uns bewusst macht wie Worte wirken bzw. dass, wenn wir verstanden werden wollen, klarer Ausdruck hilfreich ist. Und wenn wir uns nicht klar ausgedrückt haben, nun die Tastatur ist geduldig :pc und wir haben die Möglichkeit der Klarstellung.- Es ist zwar heute durchaus üblich mit unserer Sprache schlampig umzugehen (Jinsil, damit meine ich nicht Dich, es ist eine allgemeine Feststellung), die Erkenntnis, dass diese Schlampigkeit sich im Leben manifestiert, hat nur noch keine weitere Verbreitung gefunden.

Ihr kennt das doch:

Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte.
Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen.
Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.
Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.

Ich möchte meine Ausführung jetzt durchaus als eine Frucht vom Baum des Wissens verstanden wissen. :gruebel

Und wenn wir noch nicht zum klaren Ausdruck zu einem Thema gelangt sind, dann ist das doch auch in Ordnung, schließlich hilft der Austausch auch bei der Klärung vorhandener ???? weiter. Oder?

Herzliche Grüße in die Runde

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25 Mär 2018 20:29 #52436 von Angel7
Nun möchte ich mich auch kurz einklinken. Hier ist einmal die Rede vom "Baum der Erkenntnis" und dann wieder vom "Baum des Wissens". Ich möchte diesen Baum alternativ als "Baum der Trennung" benennen.

Mein Verständnis geht dahin, dass der Baum des Lebens die Einheit symbolisiert, in der sich noch alles in einer Art unbewusstem Zustand befindet. Insofern könnte man meiner Meinung nach diesen Zustand wirklich mit dem eines "Neugeborenen" vergleichen, für das sich noch alles in der EInheit befindet. Es ist noch nicht fähig, zu unter-scheiden und befindet sich mit allem im Frieden.

Damit sich die Einheit ihrer selbst bewusst werden kann, muss sie offensichtlich einen Teil von sich abspalten, sich von sich selbst trennen.... zu sich selbst einen Gegenpol bilden, um in Beziehung treten zu können. Erst durch diese "Spiegel"-Funktion wird Erkennen möglich. Siehe auch Adam und Eva. Und diese Erkenntnis findet vor allem durch den Verstand statt, dessen Sitz wir wiederum dem gespaltenen Gehirn zuordnen, welches ver-ur-teilt, d. h. das ursprünglich Ganzheitliche in bestimmte Kategorien unterteilt. Was zuvor EINS war, wird in unserer Be-ur-teilung z. B. "gut" oder "böse". Wir sehen diese beiden "Werte" als unvereinbare Gegensätze, obwohl sie lediglich "Ergänzungen" sind, die zusammen wieder die Einheit bilden.

Es ist die Aufgabe, des Verstandes, zu trennen, zu bewerten, zu analysieren. Wir sind in der Lage, alles bis in die kleinsten Einzelteile zu zerlegen, was uns sogar bis zum Atom gelingt. Die zerstörenden Ausmaße sind hinreichend bekannt. Dieses zerstreuende und entzweiende Prinzip könnte man auch als "diabolisch" (diabállein) bezeichnen. Doch offensichtlich gehört dies alles zu dem "Plan".

Tief in uns allen steckt jedoch auch das Wissen und die Sehnsucht nach Einheit, weil dies unser ursprüngliches Wesen und unsere wahre Natur ist....symbolisiert durch den Baum des Lebens. Zu lange leben wir nun schon in diesem Trennungs- und Mangelbewusstsein. Das "Erkennen" und "Trennen" hat uns ins Vergessen ge- und verführt. Wir sind weder mit uns selbst noch mit dem, was uns umgibt, im Frieden und wundern uns dann über die vielen Kriege in der Welt. Wir befinden uns in der Situation des "verlorenen Sohnes", der sich bei den "Schweinetrögen" vorfindet und sich erst da wieder an sein wahres "Zuhause" ....die Einheit erinnert.

Ich würde mich freuen, wenn Ihr mit dieser Sichtweise etwas anfangen könnt.

Gruß Angel
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25 Mär 2018 20:42 #52437 von anitram
Liebe Angel,

Wissen ist, meiner Sichtweise nach, nicht nur der Verstand.- Von daher greift mir das zu kurz.

"Wir befinden uns in der Situation des "verlorenen Sohnes", der sich bei den "Schweinetrögen" vorfindet und sich erst da wieder an sein ähr, wobei wir uns schon wahres "Zuhause" ....die Einheit erinnert." - So ungefähr, wir haben sie schon so ein kleines Stück hinter uns gelassen, wir haben die Talsohle durchschritten, sonst würden wir uns nicht diese ganzen Gedanken machen, denke ich. -

LG

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25 Mär 2018 21:03 #52438 von Alkuin
Ach mein Engelchen

Der Baum heißt - im AT - Baum der Erkenntnis von Gut und Böse und nicht Baum des Wissens, oder Baum des Verstandes. Wenn du dir mal ein wenig die Mühe machst, zurückzublättern, dann wirst du einen Eintrag von mir finden, wo ich auf den Begriff "Erkenntnis" im hebräischen, dem AT und der damaligen Kultur eingehe (von Menschen zitiert, die sich damit auskennen). Mit Verstand, und all den bösen Dingen, wie du es es verbindest, hat dieser ganze Bericht nichts zu tun. Es steht einfach nicht da, weil "Erkenntnis" - also der Erkenntisprozess im hebräischen und biblischen Sinne nicht nur das Denken, sondern auch die Erfahrung (das Erlernen), das Erfühlen und die Sexualität mit einschließt. Das hebräische Wort wird auch für den sexuellen At gebraucht.

Deine Verteufelung des Denkens mag ja zeitgemäß und für dich passend sein - aber das hat mit dem Baum der Erkenntnis (also dem Erkenntisprozess) nicht viel zu tun. Vom Baum des Wissens oder des Verstandes steht wirklich nichts in diesem Bericht.

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26 Mär 2018 02:31 - 26 Mär 2018 03:05 #52439 von Jinsil
Mit dem Beitrag von Angel7 geh ich konform, er hat mich verstanden und schwingt mit mir auf einer Wellenlänge.

Der fragwürdige Baum heißt im hebräischen AT "Etz HaDaat Tov VeRaa". Daat wird von interliner hebrew bible als "knowledge", also Wissen, Erkenntnis, Einsicht übersetzt (dict.cc) und aus der Kabbala kenne ich es als Wissen. Die King James Bible schreibt "knowledge" und erlaubt auch "verstehen" oder "weisheit" unter "outline of biblical usage". Die Übersetzung als Erkenntnis habe ich in der Elberfelder Bibel und in der Einheitsübersetzung gesehen und steht vermutlich auch in anderen deutschen Ausgaben (nur nicht in De Bibl auf Bairisch mindestens, da steht Wissnheit).

Klar ist, Wissen und Erkenntnis stehen miteinander in direkter Beziehung. Eine Beziehung die ausreicht um von einem Baum des Wissens sprechen zu dürfen und dabei verstanden werden zu können. Das "gut und böse" braucht man dazu nicht jedesmal explizit dazu schreiben, sowas weiß man schon wenn man zu dieser Thematik Resonanz und Bezug hat.

Alkuin bezieht sich auf das Verb yadaa, das die Wurzel von Daat ist, doch auch das wird in der KJV hauptsächlich als das verb "know", also allem voran "wissen" übersetzt. Alkuin, wie gelangst Du zu der Ansicht dass man Daat bei dem Baum mit Erkenntis übersetzen müsse?
Letzte Änderung: 26 Mär 2018 03:05 von Jinsil.

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26 Mär 2018 13:13 - 26 Mär 2018 13:33 #52440 von Alkuin
Weil yàda im masoretischen Text steht. dàat ist davon abgeleitet und das "Wissen", ein Ergebnis des Erkenntnisprozesses sein könnte, dürfte nachvollziehbar sein. (Ebenso ist die Sephirot dàat nun genau diejenige die mit dem Verstand, oder der Logik nun gar nicht erfassbar ist)

Mir geht es darum, begreiflich zu machen, das der Erkentnissprozess - für den der Baum der Erkenntnis von Gut und Böse steht - , sich nicht auf Verstand, Denken und "Kopf" beschränkt, sondern - im damaligen kulturellen Verständnis - den ganzen Erfahrungsprozess des sich bewusst werdenden Menschen einschließt. Von sexuellem "Erkennen", über die "Erkenntnis" der eigenen Fähigkeiten bis zum "Erkennen" von Gesetzmäßigkeiten.

Und natürlich steht am Ende der sich selbst bewusste eigenständige Mensch (der sich für oder gegen Jahwe entscheiden soll) - und nicht der weltflüchtige ins Nirvana strebende Asket. Klar. Ihr verwechselt permanent die Spiritualität des Ostens und des Westens. Eure passt nun mal in die Hinduistisch-buddhistische Welt und nicht in die diejenige, die sich mit der Welt auseinandersetzt.
Letzte Änderung: 26 Mär 2018 13:33 von Alkuin.

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26 Mär 2018 14:05 #52441 von Angel7
Ja, lieber Alkuin, und alles hat seinen Wert und seine Berechtigung. Nichts ist besser, nichts ist schlechter. Es ist doch auch schön, alles so nebeneinander stehen zu lassen, ohne Überzeugungsarbeit leisten zu müssen oder den anderen zu verunglimpfen. Eine Bereicherung für alle. Ich glaube nicht, dass ich da etwas verwechsele. Ich schreibe nur das, was sich in mir zum Ausdruck bringen möchte.
Für mich ist diese Sichtweise so klar und einfach. Ich habe keine Lust und keinen Bedarf, mich immer wieder mit irgendwelchen Texten auseinanderzusetzen, sie zu übersetzen, zu vergleichen, zu interpretieren, Schlussfolgerungen zu ziehen....etc..Dieses vom Hundertsten ins Tausendste verschafft mir eher einen Knoten im Gehirn als dass es mich befreit. Doch kann ich auch nachvollziehen, dass so etwas Menschen begeistern kann. Ich habe auch einmal dazu gehört....wenn auch vielleicht in anderer Form.

Es ist doch großartig, dass Du über solch ein umfangreiches Wissen verfügst und dies auch gerne präsentierst. Ich glaube, dass wir alle davon profitieren können, so man es denn möchte. Mir selbst reicht mein - für Deine Begriffe vielleicht - simples Weltbild. Für mich ist dieses Leben in dieser Inkarnation mehr eine Herzensangelegenheit, unabhängig davon ob dies von anderen Menschen als richtig oder falsch oder auch nur halb eingestuft wird. Suum cuique.

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26 Mär 2018 16:54 #52442 von Alkuin

Angel7 schrieb: Ja, lieber Alkuin, und alles hat seinen Wert und seine Berechtigung. Nichts ist besser, nichts ist schlechter..


Und doch bewertest du

Angel7 schrieb: Es ist die Aufgabe, des Verstandes, zu trennen, zu bewerten, zu analysieren. Wir sind in der Lage, alles bis in die kleinsten Einzelteile zu zerlegen, was uns sogar bis zum Atom gelingt. Die zerstörenden Ausmaße sind hinreichend bekannt. Dieses zerstreuende und entzweiende Prinzip könnte man auch als "diabolisch" (diabállein) bezeichnen. Doch offensichtlich gehört dies alles zu dem "Plan".l


Und der Grund deiner Ablehnung:

Angel7 schrieb: Ich habe keine Lust und keinen Bedarf, mich immer wieder mit irgendwelchen Texten auseinanderzusetzen, sie zu übersetzen, zu vergleichen, zu interpretieren, Schlussfolgerungen zu ziehen....etc..Dieses vom Hundertsten ins Tausendste verschafft mir eher einen Knoten im Gehirn als dass es mich befreit.


Das ist völlig in Ordnung, kann ich sofort unterschreiben - ich wühle mich schon seit vielen Jahren nicht mehr durch irgendwelche Lehren, da bekomme ich nur einen Knoten im Kopf. Aber deswegen muss ich nicht gegen den Verstand und die Logik agieren, denn es gibt ja noch die Vernunft und die kreative Kraft des Denkens.

Und vor allem gibt es die spirituelle Praxis, den persönlichen Erkenntnisprozess in dem sich das Bewusstsein seiner Inhalte bewusst wird (Schattenarbeit, Helweg, schamanische Reisen in die Unterwelt), seine inneren Aspekte umgestaltet (durch Denkprozesse) sich öffnet für die Bewusstseinformen um sich (Rituale, tantrische Praxis usw) - alles jenseits deines bösen Verstandes und der bösen Analyse und es ist der Weg in die Realität, in den Alltag der beide Welten: Sinnenwelt und Anderswelt umfasst.

Angel7 schrieb: Mir selbst reicht mein - für Deine Begriffe vielleicht - simples Weltbild.


dass du genauso oft einbringst und hier hereinträgst wie ich meines und es gibt keinen Grund warum sich einer von uns beiden zurücknehmen soll.
Du machst es jedenfalls nicht.

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26 Mär 2018 17:13 - 26 Mär 2018 17:54 #52444 von Jinsil

Alkuin schrieb: Weil yàda im masoretischen Text steht.


In WELCHEM masoretischen Text bitte und wo? Natürlich irgendwo, aber bei dem Baum oder im Bezug darauf? Das zeigst Du mir bitte wenn Du kannst und erklärst mir warum dass dann dort als erkennen und nicht als wissen (verben) zu lesen sei und wie daraus folgt dass man Daat beim Baum mit Erkenntnis zu übersetzen hat. In der BHS (Biblica Hebraica Stuttgartensia) steht da nämlich Daat und im Leningrad Kodex auch. Soweit ich weiß baut aller Masoretrischer Text auf dem Leningrad Kodex auf. Ein Verb in einer anderen Ausgabe an der Stelle wo der Baum benannt wird (Namenswort, Hauptwort, Substantiv) erscheint mir sehr fraglich, vor allem weil die Versionen die es überhaupt gibt sich nach meinen Studien nur in einzelnen Buchstaben (die man mal weg lässt oder schreibt) und den Versgrenzen unterscheiden aber nicht in der Wortwahl oder gar Formulierung. Hier ist ein Auszug aus dem Leningrad Kodex: www.scripture4all.org/OnlineInterlinear/OTpdf/gen2.pdf Genesis 2:9.

das "Wissen", ein Ergebnis des Erkenntnisprozesses sein könnte, dürfte nachvollziehbar sein.


Ja. Und es gibt auch richtiges und falsches Wissen.

Die Bibelübersetzungen in andere Sprachen schreiben vieles was nicht so sein muss. Da wird "klug" zu listig oder "Versammlung" zu Kirche und sicher noch anderes.
Letzte Änderung: 26 Mär 2018 17:54 von Jinsil.

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26 Mär 2018 20:33 #52447 von Alkuin
Masoretischer Text:
die Masoreten sind die Überlieferer und Bewahrer des Tenach seit etwa 100 vor Christus. Wie dir bestimmt bekannt ist, besteht der ursprüngliche Text des Tenach aus Konsonanten. Die Vokale entstehen durch die Punktierung und diese Punktierung übernahmen so nach und nach die Masoreten so, dass eine einheitliche Überlieferung entstand.
Das bedeutet, dass wir hier den jüdischen Überlieferungsstrang des Textes haben, bis wahrscheinlich ca 250 vor Christus. Verschreiben oder umschreiben war für die Masoreten tödlich - also dürfte die masoretische Überlieferung konstant sein.
Die orthodoxen Übersetzungen richten sich nach der septuaginta (dem griechischen Text der frühen Kirche). Die katholischen Übersetzung lange nach der Vulgate. Auf diesen drei Strängen: Text der Masoreten / Text der Septuaginta / Text der Vulgata sind alle Übersetzungen aufgebaut.Unsere modernen Übersetzungen wählen hier aus. (das sind Texte, die über Kopisten jahrhundertelang bewahrt wurden und bei Fehlern drohte - auch bei den Mönchen - der Tod)
Betrifft das AT - für das neue Testament gilt der Nestle-Aland m.it seinen Bezügen zu bestimmten aufgefundenen Manuskripten

Zum Text: °ez had-da°at tôb wâ-râ, das Wort, dass du meinst ist had-da (oder yada) der Punkt zeigt eine neue Begriffseinheit. Das da at ist kein eigenes Wort.
Ja, diese Fehlerlese ist weit verbreitet.

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27 Mär 2018 00:58 - 27 Mär 2018 02:16 #52448 von Jinsil

Alkuin schrieb: Masoretischer Text:
die Masoreten sind die Überlieferer und Bewahrer des Tenach seit etwa 100 vor Christus. Wie dir bestimmt bekannt ist, besteht der ursprüngliche Text des Tenach aus Konsonanten. Die Vokale entstehen durch die Punktierung und diese Punktierung übernahmen so nach und nach die Masoreten so, dass eine einheitliche Überlieferung entstand.
Das bedeutet, dass wir hier den jüdischen Überlieferungsstrang des Textes haben, bis wahrscheinlich ca 250 vor Christus. Verschreiben oder umschreiben war für die Masoreten tödlich - also dürfte die masoretische Überlieferung konstant sein.
Die orthodoxen Übersetzungen richten sich nach der septuaginta (dem griechischen Text der frühen Kirche). Die katholischen Übersetzung lange nach der Vulgate. Auf diesen drei Strängen: Text der Masoreten / Text der Septuaginta / Text der Vulgata sind alle Übersetzungen aufgebaut.Unsere modernen Übersetzungen wählen hier aus. (das sind Texte, die über Kopisten jahrhundertelang bewahrt wurden und bei Fehlern drohte - auch bei den Mönchen - der Tod)
Betrifft das AT - für das neue Testament gilt der Nestle-Aland m.it seinen Bezügen zu bestimmten aufgefundenen Manuskripten

Zum Text: °ez had-da°at tôb wâ-râ, das Wort, dass du meinst ist had-da (oder yada) der Punkt zeigt eine neue Begriffseinheit. Das da at ist kein eigenes Wort.
Ja, diese Fehlerlese ist weit verbreitet.


Deine Geschichtsschreibung mag stimmen aber etwas älteres als den Lenigradkodex von 1008 haben wir nicht mehr, zumindest nicht komplett. Der masoretische Text darin lautet וְעֵץ הַדַּעַת טֹוב וָרָֽע und Deine Übersetzung ist falsch, Ha ist der Artikel und Daat das Substantiv. Es heißt auch nicht tob sondern tov. Wo hast Du bitte hebräisch gelernt?? Verlass Dich doch nicht auf so dämliche Umschriften, davon gibt es viele, mal so mal so. In meiner Bosheit muß ich noch hinzufügen dass die Ausführungen über die Geschichte völlig an meiner Frage vorbei gehen und Deine Übersetzung in keinster Weise untermauern. Es wird auch nicht ersichtlich aus welchem Text die von dir behauptete Zusammengruppierung von Begriffseinheiten stammen soll. Noch dazu schreibt man yada mit einem yod bzw wo bitteschön punktiert man dieses He da als i?? Und wenn da wirklich nach dem ° ein at stehen würde, dann stünde da auch ein Alef dazu als das A damit es Sinn macht (so wie das at in Genesis 1:1 zb). Tasächlich steht da aber ein Ayin und das wird manchmal als a'a geumschriftet, nämlich dann wenn eine Lautverdopplung angedeutet wird wie eben in Da'at. Daher kommt das Trennzeichen. Das teilt aber nicht in zwei Begriffseinheiten auf sondern steht wenn für eine Lautverdopplung mit Pause dazwischen. Der Kringel vor dem ez ist Unsinn. Da steht zwar auch Ayin, da wird aber kein Laut verdoppelt. Deine Maqaf sind außerdem falsch gesetzt, da kommen gar keine vor im MT, zumal das D nur 1 Buchstabe ist wo also kein Maqaf dazwischen passt (und auch aus keiner Punktierung hervor gehen kann) und niemals ein Maqaf auf ein einleitendes Vav folgt.
Letzte Änderung: 27 Mär 2018 02:16 von Jinsil.

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