Die Liebe und ihr Gegenteil

Die Liebe und ihr Gegenteil

In letzter Zeit fällt mir auf, dass sich Widerspruch in mir regt, wenn ich lese, Angst sei das Gegenteil der Liebe. Verstanden habe ich diesen Gedanken noch nie wirklich. Bisher dachte ich mir einfach, dass da vielleicht doch irgendetwas dran ist, was ich eben einfach noch nicht verstehe. Heute merke ich, dass ich es wichtig finde, auf diese Aussage mal einen tieferen Blick zu werfen, denn Sprache ist bewusstseinsbildend und Gedanken formen Realität - zumindest nach meiner Erfahrung.

Eine kurze Definition von Liebe

Was verstehen wir eigentlich unter Liebe? Die meisten von uns denken spontan an Freundlichkeit, emotionale Wärme, Zugewandtheit, Weichheit, Hingabe und an viele weitere angenehme Gefühle und Lebensäußerungen. Hass, Angst, Aggression, Krieg und ähnliches würden wir nicht unbedingt als Liebe bezeichnen.

In Kreuzworträtseln wird hin und wieder gefragt, was unter "tiefer Verbundenheit" zu verstehen sei. Die Antwort darauf lautet: Liebe. Es wird mit keinem Wort erwähnt, ob sich diese tiefe Verbundenheit freundlich und leicht anfühlt oder vielleicht ja auch aggressiv und schwer. Wenn wir also von tiefer Verbundenheit reden, dann kann ich auch im Hass tief mit dem Rest der Welt verbunden sein. Und tatsächlich ist es ja auch so: Ich kann nur jemanden hassen, den ich liebe. Wenn ich ihn nicht lieben würde, wäre er mir einfach egal. Hass ist also ein sehr spezieller Ausdruck von Liebe, auch wenn er ein Ausdruck verletzter Liebe sein mag.

 

Doch zurück zur Definition. Ja, wir können sagen: Liebe ist Verbundenheit. Wie bewusst mir diese Verbundenheit ist, ist von Bedeutung. Je klarer mir wird, dass ich verbunden bin und zwar mit allem, desto klarer kann ich nicht nur wissen, dass letztlich alles aus Liebe besteht, sondern es auch spüren, es real körperlich wahrnehmen.

Liebe ist Verbundenheit.

Die Rehabilitation der Angst

In meiner ganz persönlichen Welt ist Angst ein Aspekt, ein Ausdruck der Liebe. Nicht nur als lebensfernes, spirituelles Konzept, sondern auch hier, ganz irdisch und in meinem Körper.

Ein ganz simples Beispiel ist eine Mutter, die Angst um ihr Kind hat, wenn es sich in eine gefährliche Situation begibt. Auch Todesangst spüren wir nur, wenn wir dieses Leben hier lieben und in ihm bleiben wollen. Wir haben Angst davor, etwas zu verlieren, das wir lieben. Wir können auch Angst haben davor, etwas zu tun, was wir wirklich tun wollen, wenn wir fürchten, die Liebe von anderen zu verlieren und so weiter und so fort. Es gibt viele Situationen, in denen wir Angst haben.

(Jetzt während des Schreibens fällt mir auf, dass ich als Gegenpol der Angst am ehesten das Vertrauen sehen würde.)

Was geschieht, wenn wir die Angst als Gegenteil der Liebe sehen? In den meisten Fällen versuchen wir, sie zu vermeiden und bekämpfen sie. Wir wollen ja schließlich nicht als lieblos vor uns selbst und anderen da stehen. Zumeist fühlt sich die Angst ja auch nicht sehr angenehm an. Es ist also verständlich, dass wir versuchen, sie zu umgehen. Doch wie wäre es, wenn wir sie stattdessen einfach mal zulassen und als Teil des Lebens und unseres Seins annehmen würden?

Dann würde die Mutter vielleicht immer noch Angst haben, wenn ihr Kind auf einen Baum klettert. Sie würde aufmerksam sein, es aber klettern lassen. Das Kind könnte sich vertraut machen mit dem Baum, mit der Höhe, mit den eigenen Kräften und Fähigkeiten und die Mutter könnte Vertrauen entwickeln. Sie würde dem Kind nicht einfach verbieten, auf Bäume zu klettern, sondern ihm die Freiheit geben, sich auszuprobieren.

In einem anderen Fall ist die Angst der Mutter einfach angebracht. Wenn das Kind auf die Straße rennt, wird diese Angst der Mutter dem Kind ggf. das Leben retten.

Auch wenn wir uns das Spüren unserer Todesangst erlauben würden, könnten wir wahrnehmen, wie sehr wir dieses Leben hier lieben, wie tief unsere Sehnsucht nach Leben ist und würden vielleicht den Mut finden, unsere lähmende Angst vor dem Ungeliebtsein zu überwinden, indem wir auch diese Angst begrüßen und dennoch die Dinge tun, die wir schon immer tun wollten. Unsere Selbstliebe würde wachsen und wir wären freier und unabhängiger von der Liebe anderer, was bekanntlich paradoxerweise dazu führt, dass wir mehr Liebe auch im Außen erfahren.

Lieben wir uns so sehr, dass wir auch unserer Angst ihren Raum geben! Hören wir auf, diesen Teil unseres Seins abzuspalten! Dann finden wir Wege, mit ihr so umzugehen, dass sie uns unterstützt und nicht behindert.

Nein, Angst ist in meinen Augen ganz sicher nicht das Gegenteil der Liebe.

Der rote Faden

Doch was ist dann Gegenpol der Liebe in unserer dualistischen Welt?

Als ich heute meine Freundin in ein Gespräch über dieses Thema verwickelte, war ich zunächst noch der Meinung, dass Gleichgültigkeit diesen Platz einnimmt. Wir haben schnell festgestellt, dass auch dieses Wort sehr unterschiedlich gedeutet werden kann und offensichtlich auch wird.

Meine Freundin verband Gleichgültigkeit mit einem bewussten Akt der Abkehr und damit auch mit einer Anstrengung. Für mich fühlte sich Gleichgültigkeit eher wie eine Leere an. Und dann kam ein roter Faden in dieses gesamte Thema.

Es gibt offenbar ein Davor und ein Danach. Davor gibt es tatsächlich einen leeren Raum bzw. einen Raum, den ich noch nicht beleuchtet habe, auf den der Strahl meiner Bewusstseinstaschenlampe im Universum noch nicht gefallen ist. Er ist vermutlich gar nicht leer, nur nehme ich nicht wahr, was er enthält und ich bin in der Neutralität. Dann schiebt sich der Raum in mein Bewusstsein und löst in mir Emotionen aller Art aus. Manche fühlen sich angenehm an und manche nicht. Es gibt Zärtlichkeit, Krieg, Freiheit, Kontrolle, Vertrauen, Angst, Mut, Hingabe und alles, was das Leben hier so kennt. Manches lehne ich ab und manches will ich haben. Und die Wesen, die diese Emotionen in mir auslösen, halte ich für Übeltäter oder für Engel. Das geht so lange so, bis ich alle Emotionen durchlebt und angenommen habe. Wenn mir das gelungen ist (was unter Umständen viele Inkarnationen dauern kann), dann gibt es keine Übeltäter oder Engel mehr und die Dinge beruhigen sich. Sie bekommen die gleiche Gültigkeit und werden wieder egal. Doch noch immer bin ich mit ihnen verbunden. Der Raum, der mir vorher leer erschien, ist nun klar gefüllt und ich liebe und lasse alles (All-Es) so sein, wie es ist.

Nein, auch Gleichgültigkeit ist nicht das Gegenteil von Liebe.

Verbundenheit und Trennung

Ich hatte anfangs geschrieben, dass wir Liebe als Verbundenheit bezeichnen können. So können wir vielleicht Trennung als Nichtliebe bezeichnen.

Und stimmt das?

Die bewusste Abkehr, die meine Freundin als Gleichgültigkeit bezeichnet hatte, könnte so etwas sein. Wann kehren wir uns ab? Und wann lässt es uns tatsächlich los? Wenn ich versuche, etwas zu ignorieren, weil es mich belästigt, mich ärgert, mir unschöne Gefühle bringt, mich einengt oder was auch immer, dann kann ich das auf der bewussten Ebene selbstverständlich tun. Ich verschiebe meinen Frust ins Unterbewusstsein und wundere mich nach einigen Jahren, warum ich mich noch immer nicht gut fühle. Dann brauche ich einen Psychologen, eine Schamanin oder eine andere helfende Hand, die gemeinsam mit mir meine verdrängten Anteile wieder ins Bewusstsein holt und bearbeitet. Ich merke, das, von dem ich mich abgekehrt habe, hat mich die ganze Zeit nicht losgelassen. Eine Trennung gab es nicht. Nicht wirklich. Es gab eine Illusion der Trennung, aber ich war immer mit dem verbunden, was ich ablehnte und habe viel Kraft und Energie aufgebracht, diese Illusion aufrecht zu erhalten. Trick 17 lautet: Ich nehme an, was ich ablehne, damit es mich loslassen kann. Es darf in mir, in meiner Ganzheit sein, frei fließen und ich nehme nicht nur meinen bewussten, sondern vor allem auch meinen unbewussten Fokus, den ich all die Jahre auf ihm liegen hatte, wahrhaftig von ihm. Ich lasse Verbundenheit, also Liebe zu und es hört auf, mich zu belästigen, zu ärgern, mir unschöne Gefühle zu bringen.

Liebe - ganz unromantisch

Wie ich es also drehe und wende ... es gibt in meinem Erleben kein Gegenteil der Liebe. Sie ist Verbundenheit und Verbundenheit ist das, was ist. Ich glaube, was uns gerne schwer zu schaffen macht, ist unsere Vorstellung davon, wie sich Liebe anfühlt. Sie kommt eben nicht nur freundlich, weich und zärtlich daher, sondern kann sich nach Angst, Hass, hart und kriegerisch anfühlen.

Es heißt doch immer, wir sollen nach dem Licht im Dunklen suchen, nicht wahr? Und ich glaube, ja, das lohnt sich: Suchen wir nach der Liebe im Hass, der Liebe im Krieg, der Liebe in der Angst. Nehmen wir uns selbst ganz und gar an, mit allem, was wir sind, mit allen Gefühlen und Emotionen, dann können wir dies auch mit den anderen Menschen, Wesen tun.

Wir können sie immer finden, die Verbundenheit und wir können auch immer Wege finden, sie zuzulassen, wenn wir es wollen.

Wie immer interessieren mich eure Meinungen und Wahrnehmungen dazu.

Seid herzlich gegrüßt von
Tanja Richter
Seelen(t)raum - Schamanismus & Schöpferkraft

Eine Glitzerabreibung oder Leben in der Mitte
Achtung Aprilscherz
 

Kommentare 12

Korakades am Sonntag, 03. April 2016 23:20

Liebe empfinde ich als frei, bedingungslos. Verbundenheit stellt von sich aus Bedingungen. Der Eindruck von Verbundenheit entsteht durch unserer Unfähigkeit einfach zu lieben. Wir brauchen diesen Gegenpol. Wir müssen IRGEND etwas lieben, ansonsten ist es sehr schwer diese Liebe zum Vorschein zu bringen.
Angst steht in Verbindung mit Verlust, nicht mit der Liebe. Eine Mutter die um ihr Kind angst hat kommt einfach über den "vermutlichen" Verlust - die "vermutlichen" Trennung nicht hinweg. Als weiteres Beispiel kann man Beziehungen nehmen, die nicht tragbar sind. Die zwei Partnern lieben sich über alles, in ihrer persönlichen Struktur sind sie aber nicht füreinander geschaffen und trennen sich eben nach einen mehr oder weniger langen, gemeinsamen Weg - IN LIEBE!
Liebe fühle ich nicht gehalten, von keiner Emotion oder Gefühl.
Ganz liebe Grüße,
Michael Forster
Die Kunst der Berührung

Liebe empfinde ich als frei, bedingungslos. Verbundenheit stellt von sich aus Bedingungen. Der Eindruck von Verbundenheit entsteht durch unserer Unfähigkeit einfach zu lieben. Wir brauchen diesen Gegenpol. Wir müssen IRGEND etwas lieben, ansonsten ist es sehr schwer diese Liebe zum Vorschein zu bringen. Angst steht in Verbindung mit Verlust, nicht mit der Liebe. Eine Mutter die um ihr Kind angst hat kommt einfach über den "vermutlichen" Verlust - die "vermutlichen" Trennung nicht hinweg. Als weiteres Beispiel kann man Beziehungen nehmen, die nicht tragbar sind. Die zwei Partnern lieben sich über alles, in ihrer persönlichen Struktur sind sie aber nicht füreinander geschaffen und trennen sich eben nach einen mehr oder weniger langen, gemeinsamen Weg - IN LIEBE! Liebe fühle ich nicht gehalten, von keiner Emotion oder Gefühl. Ganz liebe Grüße, Michael Forster Die Kunst der Berührung
Marcella Maria am Montag, 04. April 2016 02:31

Danke Tanja.. wirklich vielen Dank, habe mich berühren lassen..passt für mich!

Von wegen Angst und Vertrauen, da fiel mir beim lesen ein..gibt ja auch den Spruch mit der Angst die an die Tür klopft und das Vertrauen das öffnet und niemand ist mehr da..gibts auch mit Liebe statt Vertrauen den Spruch, denke Vertrauen kann Liebe sein/zur Liebe werden, Angst auch, Hass auch etc. . Die Frage die noch auftauchen kann, worauf bezieht sich diese ''Liebe'' dann..
Bedingungslos verbunden, verwoben..etc., wie auch immer, grundsätzlich in Kontakt mit dem Sein, oder wie auch immer genannt, ist wohl Standard/Jede_r in meiner Sicht, der eigentliche Prozess um nicht zu schreiben die Arbeit, haha ich habs geschrieben, ist diesen Kontakt (wieder) zuzulassen, zu aktivieren, bewusst zu spüren/leben, Blockaden aufzulösen, Wunden zu heilen/lieben durch annehmen etc. ...

An meinen Vorposter den Michael, auch ein herzliches Dankeschön, möchte ich noch senden das da gerade das Gefühl war du meintest in deinem Kommentar eventuell eine andere Form/Qualität/Definition/Ebene von Verbundenheit---Bindung?!
Puuh soviele Wörter..
Rettet den Nebensatz!

Herzliche Grüße!

Lasse

Danke Tanja.. wirklich vielen Dank, habe mich berühren lassen..passt für mich! Von wegen Angst und Vertrauen, da fiel mir beim lesen ein..gibt ja auch den Spruch mit der Angst die an die Tür klopft und das Vertrauen das öffnet und niemand ist mehr da..gibts auch mit Liebe statt Vertrauen den Spruch, denke Vertrauen kann Liebe sein/zur Liebe werden, Angst auch, Hass auch etc. . Die Frage die noch auftauchen kann, worauf bezieht sich diese ''Liebe'' dann.. ;) Bedingungslos verbunden, verwoben..etc., wie auch immer, [u]grundsätzlich[/u] in Kontakt mit dem Sein, oder wie auch immer genannt, ist wohl Standard/Jede_r in meiner Sicht, der eigentliche Prozess um nicht zu schreiben die Arbeit, haha ich habs geschrieben, ist diesen Kontakt (wieder) zuzulassen, zu aktivieren, bewusst zu spüren/leben, Blockaden aufzulösen, Wunden zu heilen/lieben durch annehmen etc. ... An meinen Vorposter den Michael, auch ein herzliches Dankeschön, möchte ich noch senden das da gerade das Gefühl war du meintest in deinem Kommentar eventuell eine andere Form/Qualität/Definition/Ebene von Verbundenheit---Bindung?! Puuh soviele Wörter.. :D Rettet den Nebensatz! Herzliche Grüße! :) Lasse
Zauberin am Montag, 04. April 2016 08:33

Danke euch beiden für eure Kommentare!

Ja, ich glaube auch, dass du, lieber Michael eine andere Art von Verbundenheit meinen könntest. Ich meine jene, die einfach existiert, weil alles eins ist und sich diese Verbundenheit nicht weg machen lässt, so sehr wir es vielleicht auch versuchen mögen. Und ich glaube, du meinst jene Art von Bindung, die etwas BRAUCHT.
Und ja, auch ich nehme Liebe nicht als Gefühl oder Emotion wahr, sondern einfach als Urstoff allen Seins und Nichtseins.

Einen Zaubertag rund herum!

Danke euch beiden für eure Kommentare! Ja, ich glaube auch, dass du, lieber Michael eine andere Art von Verbundenheit meinen könntest. Ich meine jene, die einfach existiert, weil alles eins ist und sich diese Verbundenheit nicht weg machen lässt, so sehr wir es vielleicht auch versuchen mögen. Und ich glaube, du meinst jene Art von Bindung, die etwas BRAUCHT. Und ja, auch ich nehme Liebe nicht als Gefühl oder Emotion wahr, sondern einfach als Urstoff allen Seins und Nichtseins. Einen Zaubertag rund herum!
moqui am Mittwoch, 06. April 2016 17:57

Ein tolle Frage, liebe Zauberin...Ein Zauber-Glas voller Gedanken, hauchdünn :-) , reizvoll, es gehörig zu schütteln.:-)

Ein tolle Frage, liebe Zauberin...Ein Zauber-Glas voller Gedanken, hauchdünn :-) , reizvoll, es gehörig zu schütteln.:-)
moqui am Mittwoch, 06. April 2016 17:48

Wenn man von der Liebe spricht, hört es sich so an, als spräche man von einem Wesen. Vielleicht ist es auch so, vielleicht findet Verbindung über dieses Wesen statt und auch die Kommunikation,

Wenn es so ist, kann man sich fragen, ob dieses Wesen Teil von einem selber ist oder dieses Teil von einem selber oder beides. Oder, dass man die die Liebe selber ist. Ein sehr kühner Gedanke, finde ich. Kühn deshalb, weil es vielleicht zu anmaßend klingt, betrachtet man nur sich selbst und wie man sich oftmals lieblos anderen Menschen gegenüber verhält. Ist das "Lieblose", welches ja ebenso in einem selber wohnt vielleicht das Gegenteil von Liebe. Sicher nicht aber etwas Gegenteiliges wohl ... logischerweise ...

Zuerst, Zauberin, dachte ich es auch, als ich deine Frage las, dass "Liebe" gar kein Gegenteil haben könnte. Und doch gibt es das Gegenteil von ihr :-)

Ist es die "Leere", die völlige Leere ? Oder ist gerade sie die totale allumfassende Liebe? Absurd! Vielleicht ist das Absurde und der Widerspruch eines ihrer Wesensmerkmale, über die man mal nachdenken könnte.

Doch es gibt ein Gegenteil: jedes Kind empfindet es unmittelbar. Ist ist Gewalttätigkeit mit dem Ziel der Vernichtung. Man nennt es das Böse manchmal, doch mal abgesehen vom religiösen Touch, den dieser Begriff an sich hat, ist es das Böse an sich in allen seinen Äusserungen, das mir als das Gegenteil von Liebe wahrnehmbar ist.

Ob es dieses Böse gibt? Das ist vielleicht die grosse Frage dahinter.

Die Liebe scheint es ja zu geben. Oder wollen wir es nur so. Vielleicht sind wir eigentlich nur böse, und Erfinden mit der "Liebe" eine neue abgründige Bosheit, das Raffinierteste, das der Mensch sich ausdenken kann...

Wenn man von der Liebe spricht, hört es sich so an, als spräche man von einem Wesen. Vielleicht ist es auch so, vielleicht findet Verbindung über dieses Wesen statt und auch die Kommunikation, Wenn es so ist, kann man sich fragen, ob dieses Wesen Teil von einem selber ist oder dieses Teil von einem selber oder beides. Oder, dass man die die Liebe selber ist. Ein sehr kühner Gedanke, finde ich. Kühn deshalb, weil es vielleicht zu anmaßend klingt, betrachtet man nur sich selbst und wie man sich oftmals lieblos anderen Menschen gegenüber verhält. Ist das "Lieblose", welches ja ebenso in einem selber wohnt vielleicht das Gegenteil von Liebe. Sicher nicht aber etwas Gegenteiliges wohl ... logischerweise ... Zuerst, Zauberin, dachte ich es auch, als ich deine Frage las, dass "Liebe" gar kein Gegenteil haben könnte. Und doch gibt es das Gegenteil von ihr :-) Ist es die "Leere", die völlige Leere ? Oder ist gerade sie die totale allumfassende Liebe? Absurd! Vielleicht ist das Absurde und der Widerspruch eines ihrer Wesensmerkmale, über die man mal nachdenken könnte. Doch es gibt ein Gegenteil: jedes Kind empfindet es unmittelbar. Ist ist Gewalttätigkeit mit dem Ziel der Vernichtung. Man nennt es das Böse manchmal, doch mal abgesehen vom religiösen Touch, den dieser Begriff an sich hat, ist es das Böse an sich in allen seinen Äusserungen, das mir als das Gegenteil von Liebe wahrnehmbar ist. Ob es dieses Böse gibt? Das ist vielleicht die grosse Frage dahinter. Die Liebe scheint es ja zu geben. Oder wollen wir es nur so. Vielleicht sind wir eigentlich nur böse, und Erfinden mit der "Liebe" eine neue abgründige Bosheit, das Raffinierteste, das der Mensch sich ausdenken kann...
Zauberin am Freitag, 08. April 2016 23:36

Nach meiner Erfahrung, lieber moqui, birgt die Liebe sehr viele Paradoxien und Absurditäten in sich. Ja.

Spannende Fragen, die du da aufwirfst.

Nach meiner Erfahrung, lieber moqui, birgt die Liebe sehr viele Paradoxien und Absurditäten in sich. Ja. Spannende Fragen, die du da aufwirfst. :)
Korakades am Mittwoch, 06. April 2016 22:05

Es heißt doch immer, wir sollen nach dem Licht im Dunklen suchen, nicht wahr?


Das Dunkle, die Leere ist Ursprung des Lichts. Soweit ich es wahrnehmen konnte, existiert Licht nur inmitten der Dunkelheit. Licht ist (sehe ich) innen, Dunkelheit ist (sehe ich) außen. Wir suchen immer noch obwohl wir schon haben...
Du hast Recht Tanja, wenn Du schreibst, dass ich eine andere Verbundenheit betrachte. Dein Bericht hat mich allerdings dazu gebracht, mir die Frage zu stellen ob diese Verbundenheit wovon Du sprichst Ausdruck der Liebe ist oder Liebe die Kraft die zu dieser allgegenwärtige Verbundenheit führt.
Ich habe beides getrennt erfahren und kann diese Frage nicht beantworten.

Ganz liebe Grüße
Michael

[quote]Es heißt doch immer, wir sollen nach dem Licht im Dunklen suchen, nicht wahr?[/quote] Das Dunkle, die Leere ist Ursprung des Lichts. Soweit ich es wahrnehmen konnte, existiert Licht nur inmitten der Dunkelheit. Licht ist (sehe ich) innen, Dunkelheit ist (sehe ich) außen. Wir suchen immer noch obwohl wir schon haben... Du hast Recht Tanja, wenn Du schreibst, dass ich eine andere Verbundenheit betrachte. Dein Bericht hat mich allerdings dazu gebracht, mir die Frage zu stellen ob diese Verbundenheit wovon Du sprichst Ausdruck der Liebe ist oder Liebe die Kraft die zu dieser allgegenwärtige Verbundenheit führt. Ich habe beides getrennt erfahren und kann diese Frage nicht beantworten. Ganz liebe Grüße Michael
Zauberin am Freitag, 08. April 2016 23:42

Ja, so nehme ich es auch wahr mit dem Licht und der Dunkelheit.

Mit der Verbundenheit und der Liebe ... hmmm ... das fühlt sich für mich nach ein und demselben an. Das eine ist nicht Ausdruck des anderen, sondern Liebe IST die Verbundenheit > das Verbundensein > das Alleinssein > das Alles-was-ist > das Ich Bin.

Auch dir liebe Grüße,
Tanja

Ja, so nehme ich es auch wahr mit dem Licht und der Dunkelheit. Mit der Verbundenheit und der Liebe ... hmmm ... das fühlt sich für mich nach ein und demselben an. Das eine ist nicht Ausdruck des anderen, sondern Liebe IST die Verbundenheit > das Verbundensein > das Alleinssein > das Alles-was-ist > das Ich Bin. Auch dir liebe Grüße, Tanja
DerLavendelmann am Donnerstag, 28. April 2016 16:55

Tanja erst einmal ein großes Lob an deine, na sage ich mal, schreibkunst, und Darstellungen. Ich stimme dir in vielen/einigen Dingen zu, bzw. sehe auch so. Ich bin kein Freund vieler Worte. Ich denke Liebe hat kein Gegenteil ,das kommt für mich am schluss des Artikels so an.

Wenn der Urgrund von allem in Wirklichkeit liebe ist, dann ist alles andere ein Ausdruck davon. Jetzt muss ich vorsichtig sein das auf mich nicht als erster geschossen wird. Stell dir Wellen auf dem Meer vor ( die Wellen als Sinnbild von den vielen Ausdrucks formen des Lebens), die alle ausschließlich aus Bedingungen bestehen. Sie entstehen und vergehen, ja und für die Welle ist das Realität, sie versteht nicht das Sie das Meer ist, sie hält sich für dieses etwas was sie gerade erlebt fühlt denkt tut…………Das fühlt sich ja verdammt noch einmal auch real an!!!Ja es kann extrem weh tun, oder schwelgt ein Leben lang in schönen dingen dahin.

Aus Unwissenheit über Ihre eigene Natur entsteht ihr Leid!!! Bekommst Du mit, wenn Du träumst das Du träumst?

Ich danke dir für diese Denkanstöße!
Grüße vom Meer ;-)
Peter

Tanja erst einmal ein großes Lob an deine, na sage ich mal, schreibkunst, und Darstellungen. Ich stimme dir in vielen/einigen Dingen zu, bzw. sehe auch so. Ich bin kein Freund vieler Worte. Ich denke Liebe hat kein Gegenteil ,das kommt für mich am schluss des Artikels so an. Wenn der Urgrund von allem in Wirklichkeit liebe ist, dann ist alles andere ein Ausdruck davon. Jetzt muss ich vorsichtig sein das auf mich nicht als erster geschossen wird. Stell dir Wellen auf dem Meer vor ( die Wellen als Sinnbild von den vielen Ausdrucks formen des Lebens), die alle ausschließlich aus Bedingungen bestehen. Sie entstehen und vergehen, ja und für die Welle ist das Realität, sie versteht nicht das Sie das Meer ist, sie hält sich für dieses etwas was sie gerade erlebt fühlt denkt tut…………Das fühlt sich ja verdammt noch einmal auch real an!!!Ja es kann extrem weh tun, oder schwelgt ein Leben lang in schönen dingen dahin. Aus Unwissenheit über Ihre eigene Natur entsteht ihr Leid!!! Bekommst Du mit, wenn Du träumst das Du träumst? Ich danke dir für diese Denkanstöße! Grüße vom Meer ;-) Peter
Zauberin am Donnerstag, 28. April 2016 17:50

Oh ja, manchmal fühlt es sich sicher nicht nach Liebe an - das Leben. Es braucht oft Mut, Stärke und die Fähigkeit, von sehr weit draußen auf die Dinge zu schauen, um die Liebe zu sehen. Nach meiner Erfahrung macht diese Art, das Leben zu betrachten leicht. Es bringt zumindest mich auch immer wieder dazu, mich voll in das Leben zu stürzen mitsamt den dazugehörigen Emotionen

Oh ja, manchmal fühlt es sich sicher nicht nach Liebe an - das Leben. Es braucht oft Mut, Stärke und die Fähigkeit, von sehr weit draußen auf die Dinge zu schauen, um die Liebe zu sehen. Nach meiner Erfahrung macht diese Art, das Leben zu betrachten leicht. Es bringt zumindest mich auch immer wieder dazu, mich voll in das Leben zu stürzen mitsamt den dazugehörigen Emotionen :)
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