9 Ideen gegen den Corona-Blues als Single

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Das zweite Wochenende mit Kontaktverbot wegen des Coronavirus. Und dann auch noch mit so tollem Frühlingswetter. Das mussten wir jetzt auf dem Balkon genießen – wer überhaupt das Glück hat, einen Balkon zu haben! Wie soll man diesem Mist noch was Positives abgewinnen?

Ich habe mir fest vorgenommen, während dieser merkwürdigen Zeit, die wir alle zusammen durchmachen, nicht durchzudrehen. Das sollte doch machbar sein. Auf der Suche nach dem Lichtblick in der Isolation habe ich einige Inspirationen bekommen und eine Liste zusammengestellt. Vielleicht hilft sie euch auch. 

1. Dich um deinen Körper kümmern 

Meine liebste Beschäftigung zuhause ist kochen. Und futtern und kochen und dann wieder futtern... An sich eine feine Sache. Aber zusammen mit zu wenig Bewegung fühle ich mich langsam selbst wie ein Stück geschmolzener Käse. Warum also nicht etwas Zeit am Tag mit Sport zuhause füllen?

Auf YouTube finden sich tausende toller Workouts und Kurse, am besten gefällt mir Yoga with Adrienne. Sie hat wirklich für jede Lebenslage ein Video, zum Beispiel Yoga bei Einsamkeit oder Yoga für Köche.

Aber auch ohne Sport kann man einiges für sich tun: Gesichtsmasken, Maniküre, Pediküre, im Bad planschen... Ich bin jetzt blond. Und habe einen Bob. Ist es ein gelungener Bob mit einem gelungenen Blond? Das ist eigentlich egal, denn es sieht mich sowieso fast keiner. Ich hatte damit jedenfalls zwei Abende spitzen Entertainment.

2. Etwas neues lernen 

Wolltest du immer schon mal wissen, was Quantentheorie eigentlich genau ist? Die Flaggen aller Länder lernen? Oder dein Schul-Spanisch entstauben? Dann ist jetzt der perfekte Zeitpunkt gekommen!

Vielleicht steht auch irgendwo in der Ecke noch eine Gitarre, deine alte Klarinette oder das Keyboard, das dir dein Onkel mal geliehen hat. Oder du findest einen Onlinekurs, um endlich dieses Programm zu lernen, was du eigentlich schon seit zwei Jahren im Job benutzt und nur zu 20 % verstehst.

Was auch immer du seit Ewigkeiten von einer „Guten-Vorsatz-Liste" auf die nächste schiebst, kannst du jetzt wirklich mal angehen.
 

3. Kreativ sein

In den letzten zwei Wochen habe ich mindestens 15 super hässliche Bilder gemalt („abstrakte Kunst"). Eine Bekannte von mir hat letztes Wochenende drei Gedichte geschrieben und war total überrascht von sich selbst.

Auch wenn das Ergebnis vielleicht nicht immer ein Knaller ist: „irgendwas schaffen" ist unheimlich befreiend. Probier doch mal verschiedene Sachen durch, vielleicht überraschst du dich selbst!
Weitere Ideen für kreative Tätigkeiten:
  • Lieder komponieren
  • Nähen, Häkeln, Stricken und co.
  • Origami
  • Modellbau
  • Papierhüte falten
  • das perfekte Haferkeks-Rezept finden

4. Den ganzen Mist erledigen, den du sonst ignorierst

Ein schlauer Mann in den Nachrichten sagte neulich, man soll diese Zeit nutzen, um allen Finanzkram mal durchzugehen: Steuererklärung, Versicherungen, Verträge, sich über Investitionen schlau machen... Zuerst habe ich mit den Augen gerollt, aber warum eigentlich nicht? Dann lässt sich die Zeit nach der Coronakrise so schön wie möglich gestalten und die ganzen Finanzthemen hängen einem nicht unnötig im Nacken.

Also Taschenrechner raus und Bleistift hinter's Ohr!

5. Dich um dein Zuhause kümmern

Jeden Morgen, wenn ich wach werde und die Sonne in mein Fenster scheint, öffne ich die Augen mit einem Lächeln und gucke raus. Dann sehe ich als erstes meine unterirdisch schlecht geputzte, schmierige Fensterscheibe und mache die Augen direkt wieder zu. Das ändert sich jetzt, ab heute wird nachpoliert!

Hast du noch einen Rest Wandfarbe? Oder sind Sachen in deiner Wohnung kaputt? Tropft dein Eisfach? Was ist mit dem Dartbrett, das du seit über einem Jahr montieren wolltest?

Jetzt, wo wir häufiger zuhause sind, fallen uns diese ganzen Dinge viel mehr auf, als sonst – und es ist keine Ausrede mehr zum Aufschieben da! Ärmel hoch und ran an den Speck! Schaff dir ein Nest, in dem du dich wohlfühlst.

Dazu kann auch Gärtnern gehören. Egal, ob du einen Garten, Balkon oder nur eine Fensterbank hast: Etwas wachsen zu sehen, gibt Kraft.

Ich habe in meiner Küche zwei Kräuterpflanzen stehen. Die beiden werden jetzt morgens beim Kaffeemachen ausgiebig vollgetextet – besonders oft hören sie Lobreden darüber, wie schön sie doch wachsen. Denn obwohl ich wahrlich nicht mit einem grünen Daumen gesegnet bin, kommen ständig neue Blätter nach! Mit mehr Ruhe und Gelegenheit, sich die Pflanzen mal genauer anzuschauen, erkennt man auch viel besser ihre Bedürfnisse.

Vielleicht etwas, das wir auf uns selbst übertragen können?

6. In dich rein horchen

Du hast alle Tipps und Beschäftigungen durch, die Finger sind wund vom Gitarre üben, du kannst alle Bundespräsidenten auswendig und hast deine Steuererklärung eingereicht. Bei Netflix hängt gerade die Verbindung und keiner schreibt dir in Whatsapp.

Jetzt kommen Gedanken zum Vorschein, die du vielleicht sonst im Alltagschaos übertönen kannst. Auch blöde, destruktive Gedanken und Gefühle krabbeln in dir hoch – besonders gerne abends. Du hast jetzt die Zeit, Ruhe und Abstand, um diese ganzen weggeschobenen Sachen mal durchzugehen und zu verarbeiten.

Bonus: Wenn du nicht raus gehst, sieht am nächsten auch keiner bei der Arbeit deine dicken Augen – also lass es voll raus und heul einfach mal einen Abend, wenn dir danach ist. Oder auch zwei oder drei. Home Office hat also neben hosenlosem Arbeiten noch andere Vorteile.

Du kannst in dieser Ausnahmesituation neue Dinge über dich erfahren, die dir bisher gar nicht bewusst waren. Momentan hat man oft Gedanken wie „Ach, wenn ich doch nur könnte..." - und so sprudeln plötzlich tausende Ideen aus einem raus, was man gerne alles unternehmen würde. Richtige Abenteuer, aber auch Kleinigkeiten. Was fehlt dir am meisten? Schreib's auf! Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

Und warum nicht auch gleich eine Liste mit Sachen anlegen, die du froh bist, gerade los zu sein? Welche Leute siehst du momentan nicht und bist heilfroh darum? Welche Orte ziehen dich mehr runter, als dir bewusst war?

Diese Zeit ist super geeignet, um dir zu überlegen, was du brauchst, was du willst, wo die Lebensreise für dich hin soll.

7. Mithelfen

Anderen helfen, hilft auch dir selbst. Hast du ältere Nachbarn, die Unterstützung brauchen könnten? Organisiert deine Stadt oder dein Bezirk Hilfsaktionen? Gibt es Vereine, denen du unter die Arme greifen kannst?

Auf jetzt.de habe ich eine Liste mit Ideen gefunden, wie man sich momentan nützlich machen kann.

Hast du auch Ideen zur gemeinnützigen Arbeit? Lass uns gerne einen Kommentar da!

8. Alte und neue Bekanntschaften pflegen

Derzeit hören lauter Leute von mir, bei denen ich mich seit Monaten mal wieder melden wollte und einfach nicht die Zeit gefunden habe: Eine Freundin in Mexiko, meine alte Sandkastenfreundin, Leute aus dem Studium und der Schulzeit.

Auch, wenn uns das gerade manchmal anders vorkommen mag: Wir leben schon in tollen Zeiten. Dank Internet können wir uns mit Menschen überall auf der Welt verbinden, ohne dass wir lange Reisen unternehmen müssen.

Und auch neue Kontakte kannst du so knüpfen. Klar – ein kurzes Treffen um sich „in echt" kennenzulernen fällt jetzt erst mal aus. Aber dann quatscht man eben ein paar Wochen länger, tauscht Gedanken aus und schmiedet Pläne. Vorfreude ist die schönste Freude, oder wie heißt es so schön?

Wir sitzen alle im selben Boot (und mit „selbes Boot" meine ich „unterschiedliche Wohnzimmer"). Schnapp dir einen Tee oder ein Weinchen und triff dich virtuell mit alten und neuen Bekanntschaften. #zusammenallein – klingt fast abgedroschen, aber ist wirklich wahr.

9. Einfach mal schlecht drauf sein

 Ganz ehrlich: Bei allem Positiven, was man der Situation abgewinnen kann – genauso scheisse kann sie auch sein. Es gibt Tage, da will man keine Ermutigung hören oder sich mit der Topfpflanze unterhalten. Sondern einfach mal unter Leute, mal jemanden in den Arm nehmen oder küssen. 

Besonders wenn du alleine wohnst, hängen dir schlaue Sprüche von Leuten, die Mitbewohner/Partner/Familie haben, wahrscheinlich manchmal zum Hals raus. Alle sind irgendwie in derselben Situation, aber trotzdem ist es für jeden von uns anders. Was du vermisst, haben andere im Überfluss. Aber andersrum ist es genauso – und du hast Ruhe und Raum für dich, den andere gerade sehr vermissen.

Lass dir von niemandem die Pflicht zur guten Laune aufzwängen. Es gibt gute, witzige, erleuchtende Seiten an dieser Situation – deswegen musst du aber nicht permanent optimistisch sein. Nimm dir die Freiheit, auch einfach mal schlecht drauf zu sein.


Soweit meine Ideen, um mit der momentanen sozialen Zwangspause klarzukommen. Hast du auch Tipps, wie man den Vorsatz „nicht durchdrehen" am besten erreichen kann?

Ich freue mich auf eure Kommentare und vor allem freue ich mich über jedes Haferkeks-Rezept!


Foto: Anthony Tran via Unsplash
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