Asexualität und Partnersuche - Wo liegt der Unterschied zur platonischen Liebe?

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​Wer asexuell ist, muss nicht zwangsläufig nach einer platonischen Beziehung suchen. Und wer sich in einer platonischen Beziehung befindet, muss nicht unbedingt asexuell sein. Oft verlaufen die Grenzen zwischen asexueller und platonischer Beziehung. Man kann den Unterschied in vielen Fällen nicht genau definieren.

Asexualität

Menschen, die sich als asexuell identifizieren, fühlen sich zu keinem Geschlecht hingezogen und verspüren kein sexuelles Verlangen. Sexuelle Zuneigungen und Körperlichkeiten werden als nicht schön, störend, langweilig oder als nicht notwendig/überflüssig empfunden. Das bedeutet aber nicht, dass du asexuell bist, nur, weil du gerade keine Lust auf Sex hast. Dafür gibt es weitaus mehr Gründe, als deine Sexualität. Unter anderem könnte der Auslöser psychische Ursachen wie Stress, hoher Alkohol- oder Drogenkonsum, medizinische Ursachen oder hormonelle Veränderungen sein.

Für Asexualität gibt es keine klare wissenschaftliche Definition. Jeder Mensch hat individuelle Bedürfnisse. Die einen haben Lust auf Sex und die anderen eben nicht. Oft wird Asexualität im Mainstream als "Krankheit" wahrgenommen. Asexuelle Menschen werden dementsprechend des öfteren mit Phrasen wie: "Du hast keinen Sex? OMG", "Du hattest wahrscheinlich einfach noch nie guten Sex", "Gib mir eine Chance und ich änder es", " Wie hältst du das nur aus" oder "Fehlt dir nicht etwas?" bombardiert. Dass solche Fragen unangebracht und unhöflich sind, ist hoffentlich jedem bewusst. Asexuelle Menschen leben bewusst enthaltsam und haben einfach eine andere Sichtweise auf Sex als der "Durchschnittsmensch". Einige Menschen entscheiden sich auch aus spirituellen Gründen für die Enthaltsamkeit und leben in Askese, obwohl sie nicht asexuell veranlagt sind. 

Asexuelle Beziehungen

Asexuelle verspüren zwar kein Verlangen nach Sex, was aber nicht gleich heißt, dass sie keinen Körperkontakt wollen. Es gibt viele Asexuelle, die sehr gerne tiefe Beziehungen eingehen und Händchen halten, küssen und kuscheln möchten. Da ist allerdings jeder unterschiedlich. Wichtig ist wie in jeder Beziehung eine offene Kommunikation. Wünsche und Bedürfnisse sollten mit dem Partner besprochen werden, damit eine glückliche Beziehung entstehen kann. Kompliziert kann es werden, wenn das Gegenüber eine hohe Lust verspürt. In diesem Fall müssen beide für sich gucken, was sie glücklich macht. Viele Paare vereinbaren klare Regeln, damit jeder seine Bedürfnisse befriedigen kann. Ein Beispiel wäre zum Beispiel die Trennung von emotionalen und sexuellen Beziehungen. Das bedeutet, dass der Partner den Sex außerhalb der Beziehung suchen dürfte.

Es gibt aber auch Asexuelle, die trotzdem Sex haben. Ihr Körper funktioniert genauso, wie der von anderen und sie erfahren genauso sexuelle Erektion. Einige, die Sex nicht abstoßend finden, sondern denen er lediglich "nichts gibt", haben mit ihrem Partner trotzdem Sex. Sie genießen dabei nicht die Ekstase und Befriedigung, sondern die Nähe und Intimität, die zum Partner entstehen. Sex kann etwas sehr gefühlvolles, intensives und tiefgreifendes sein, was auch asexuelle Menschen mögen können. 

Platonische Liebe

Der Terminus "platonisch" geht auf den altgriechischen Gelehrten und Denker Platon zurück, der es als bereichernd empfand, immer oder möglichst häufig Frauen um sich herum zu haben, die eine komplett asexuelle, aber dafür sehr innige Beziehung zu ihm pflegten. Eine platonische Beziehung bezeichnet demnach eine Liebesbeziehung ohne Körperlichkeiten. Platons platonische Frauenfreundschaften zeichneten sich häufig durch eine sehr enge Vertrautheit, wie bei einer sehr tiefgreifenden Freundschaft oder Familie, aus. Genau das gilt in vielen Fällen auch für heutige platonische Beziehungen. Eine platonische Liebe ist dementsprechend wie eine tiefe Freundschaft, ohne leidenschaftliches oder sexuelles Verlangen. Das bedeutet, dass im Vergleich zu einer asexuellen Beziehung Körperlichkeiten, wie zum Beispiel das Küssen, wegfallen. Beide Personen empfinden einander platonische Liebe ohne ein sexuelles Interesse für den jeweils anderen zu verspüren. Das bedeutet aber nicht, dass platonisch liebende Menschen asexuell sein müssen. Man empfindet für diese eine Person starke Liebe, aber keine sexuelle Anziehung.

Paare, die platonisch lieben, haben häufiger eine besonders tiefgründige Beziehung miteinander. Sie sind auf einer ganz anderen Ebene miteinander verbunden und verstehen sich blind. Im Vergleich zu einer normalen Freundschaft besteht bei einer platonischen Liebe eine gewisse emotionale Abhängigkeit. Es ist wie mit Seelenverwandten. Findest du sie, willst du sie nie wieder gehen lassen. Aber: die meisten platonischen Beziehungen beginnen mit einer klassischen Freundschaft, solange bis man merkt, dass man eine ganz besondere, intensive emotionale Bindung zueinander hat. 

jaii! - dein sicherer Hafen 

Bei jaii sind asexuelle Menschen und solche, die an platonischen Beziehungen interessiert sind, natürlich herzlich willkommen. In den Profileinstellungen unter dem Reiter "So liebe ich" kannst du – neben weiteren – die Punkte "asexuell" und "enthaltsam" auswählen. Bei der Detailsuche kann man die angezeigten Treffer auch nach diesen Punkten filtern lassen und so nur die zu einem selbst passenden Menschen finden. Natürlich kannst du die Trefferliste auch nach Geschlechtern filtern. Es ist ja nicht automatisch gesagt, dass platonische oder asexuelle Beziehungen nicht unbedingt nur zwischen heterosexuellen Partnern bestehen müssen. Es sind da einige mögliche Konstellationen denkbar. Natürlich gilt für alle Mitglieder von jaii! neben den AGBs und den Regeln der Netiquette auch die klassische Regel: "Alles kann, nichts muss!" Ganz ungezwungen und nach deinem eigenen bevorzugten Tempo können sich hier auch platonische und asexuelle Beziehungen finden und anbahnen.

Manche Menschen haben eine sehr geringe Libido. Trotzdem haben diese Menschen Bedürfnisse. Bedürfnisse der zwischenmenschlichen, spirituellen oder körperlichen Art.

Was immer du genau suchst, gib dir selbst einen Ruck! Es könnte Ungeahntes passieren!

Bild: Cathy Mü via Unsplash

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