Selbstliebe und Partnersuche: Der Weg zum Glück

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​Hast du dir schon einmal ganz bewusst selbst gesagt, dass du dich liebst? Vielleicht hältst du das für absurd, oder vielleicht gehörst du auch zu den Menschen, denen die Selbstliebe ganz leicht fällt. Doch für die meisten ist das gar nicht so einfach.

Was ist Selbstliebe eigentlich?

​Selbstliebe bedeutet natürlich nicht, dass du dir jeden Morgen beim Blick in den Spiegel "ich liebe mich" zuflüstern musst. Vielmehr geht es darum, dass du dich mit all deinen Facetten, deinen Stärken und Schwächen, deinem Inneren und Äußeren so annimmst, wie du bist. Die Ausprägung der Selbstliebe kann von Mensch zu Mensch variieren, und je nach Persönlichkeit subtiler oder offensichtlicher sein.

Niemand fühlt sich jeden Tag fantastisch, und auch das ist völlig in Ordnung. Selbstliebe bedeutet, sich selbst Raum für Fehler zu lassen. Eine kleine Stimme in dir, die auch an miesen Tagen sagt: Du bist liebenswert.

Warum haben Menschen Probleme, sich selbst zu lieben?

Die Ursachen für fehlende Selbstliebe können vielfältig sein. Ein häufiger Grund ist in der Erziehung zu finden. Gesunde Selbstliebe wird manchmal mit Egozentrik oder Arroganz gleichgesetzt und vielen in der Kindheit ab-erzogen. Schon von klein auf lernt manch einer, dass es wichtiger ist, die Bedürfnisse anderer über die eigenen zu stellen, und dass es sich nicht schickt, selbstbewusst mit Komplimenten umzugehen.

Auch häufige ungerechtfertigte oder überzogene Kritik und Zurückweisung kann dazu führen, dass die Selbstliebe darunter leidet. Insbesondere wenn sie von einem Menschen kommt, der einem nahe steht, wie die Eltern. Ganz besonders kritisch ist es, wenn die Zurückweisung bereits im Kindesalter erfahren wird, denn in dieser Zeit haben wir noch nicht die psychischen Möglichkeiten, alles richtig einzuordnen. Jede scharfe Kritik, jede Abweisung beziehen wir direkt auf uns selbst und werden dadurch unseren vermeintlichen Unzulänglichkeiten bewusst. Das Fiese an der Sache ist, dass wir meistens gar nicht schuld sind. Ein Kind kann noch nicht erkennen, wenn Eltern ihre eigenen Probleme an ihm auslassen. Das hinterlässt langfristige Spuren im Unterbewusstsein.

Wenn im Kindesalter bereits das Selbstwertgefühl und die Selbstliebe schwinden, dann verfolgt einen dieses Thema häufig bis ins Erwachsenenalter und manchmal sogar ein Leben lang.

Die Krux mit der Partnersuche

Es kann schnell zum Teufelskreis werden, wenn man wenig Selbstwertgefühl ausstrahlt und dadurch potenzielle Partner anzieht, die nach einem vermeintlich Schwachen Ausschau halten. In die alte Kerbe wird dann weiter und weiter eingeschlagen. Das Gefühl, nicht liebenswert zu sein, wird dadurch nur noch verstärkt.

Manch einer neigt auch dazu, Partner zu suchen, um verpasste Aufmerksamkeiten aus der Kindheit wieder aufzuholen. Unterbewusst geht man so immer wieder Beziehungen zu Menschen ein, die ähnliche Verhaltensmuster wie z.B. ein liebloser Elternteil haben. Das tief sitzende Gefühl "ich bin nicht gut genug" verschwindet dadurch aber nicht, sondern wächst immer weiter.

Auch, wenn keine großen Traumata im Spiel sind: Toxische Verhaltensmuster sind in vielen Partnerschaften zu finden. Eifersucht, Verlustängste, Bindungsangst, Fremdgehen – diesen Dingen liegt oft mangelnde Selbstliebe zugrunde. Man jagt einer Bestätigung durch andere hinterher, die nie komplett erfüllt werden kann.

Um diese Spirale zu durchbrechen, ist der erste Schritt, den Fokus auf sich selbst zu lenken. Wer in sich mit Liebe gefestigt ist, kann auch andere frei und gänzlich lieben.

Der Weg zur Selbstliebe

Du kannst dich selbst lieben. Sogar, wenn du das Gefühl hast, niemand anderes liebt dich. Die Wirklichkeit ist, dass du die Liebe anderer vielleicht gar nicht erkennst und dich unbewusst vor ihr versteckst.

Verzeih dir deine Schwächen und Fehler, nobody is perfect.

Tu dir regelmäßig etwas Gutes. Gönne dir eine Tantra-Session, kauf dir eine Flasche guten Wein, lauf über einen Barfußpfad – es gibt unendlich viele kleine und große Gesten, mit denen du dein eigenes Dasein zelebrieren kannst.

Es kann auch sehr hilfreich sein, möglichst erst das Gute und Schöne in anderen Menschen zu sehen. Je häufiger du die Liebe zu dir einlädst, desto präsenter wird sie in deinem Leben sein. Aber passt dabei auf, dass du dich nicht aufopferst und selbst hinten anstellst. Lerne, zu anderen auch mal "nein" zu sagen.

Nimm dir Zeit, dich voll und ganz auf dich selbst zu konzentrieren.

Nimm deine Stärken bewusst wahr. Hast du schon mal eine Liste mit deinen Vorzügen gemacht? Welche Dinge an dir findest du toll? Das muss nicht direkt etwas Weltbewegendes sein. Gefallen dir deine Augen? Oder deine Ohrläppchen? Bist du ein guter Zuhörer? Hast du einen grünen Daumen? Wenn du erst einmal anfängst, wird die Liste schneller voll, als du denkst! Solche Sachen solltest du dir in Erinnerung rufen, wenn du dich schlecht fühlst.

Es gibt viele Workshops, Therapie-Ansätze und Seminare zum Thema Selbstliebe. Bietest du selbst etwas in die Richtung an oder hast du sowas schon einmal wahrgenommen? Was hat dir geholfen, dich selbst mehr zu lieben? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

Bild: Jackson David via Unsplash

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